Alles, was du übers Surfen wissen willst.
Surfspots in Europa, der Einstieg in die erste Welle und die Begriffe, die im Line-up wirklich zählen.
Surfen in Europa
Die besten europäischen Surfregionen für Urlaub, erste Wellen und anspruchsvolle Sessions.
Portugal, Spanien, Frankreich, Irland und die Kanarischen Inseln bieten besonders gute Surfbedingungen. Für einen Surftrip mit vielen Optionen eignen sich Ericeira und Peniche in Portugal, die französische Atlantikküste, Nordspanien und Fuerteventura. Im Sommer sind die Wellen oft einsteigerfreundlicher, im Herbst und Winter kräftiger.
Zu Europas bekanntesten Wellen zählen Supertubos bei Peniche, Coxos bei Ericeira, Mundaka im Baskenland, La Graviere bei Hossegor und Mullaghmore Head in Irland. Die beste Welle hängt immer von Swell, Wind, Gezeiten und dem eigenen Können ab. Viele dieser Spots sind nur für erfahrene Surfer geeignet.
Die größten Wellen Europas entstehen am Praia do Norte in Nazare, Portugal. Der unterseeische Nazare-Canyon bündelt Atlantik-Swell und kann im Winter Wellen von mehr als 20 Metern erzeugen. Nazare ist ein extremer Big-Wave-Spot, nicht für Freizeit- oder Urlaubssurfer.
Anfänger lernen am besten an bewachten Sandstränden mit kleinen, langsam brechenden Wellen. Gute Regionen sind Baleal bei Peniche, die Algarve, Zarautz, die französische Atlantikküste im Sommer und Las Canteras auf Gran Canaria. Entscheidend sind immer die Bedingungen am jeweiligen Tag und ein professioneller Surfkurs.
In Europa sind Portugal, Spanien, Frankreich, Irland und Großbritannien besonders gute Surfländer. Weltweit gehören Indonesien, Australien, Costa Rica, Südafrika, Marokko, Sri Lanka, Mexiko und die USA zu den wichtigsten Surfzielen. Die beste Wahl richtet sich nach Reisezeit, Erfahrung, Budget und gewünschter Wellenart.
Echte Geheimspots sollten aus Sicherheitsgründen und Respekt vor lokalen Gemeinschaften nicht veröffentlicht werden. Weniger überlaufene Regionen gibt es in Galicien, Asturien, im portugiesischen Alentejo, in der Bretagne, im Westen Irlands und an der dänischen Nordseeküste. Beachte vor Ort Zugangsregeln, Naturschutz und Surf-Etikette.
Ericeira in Portugal wird häufig als Surf-Hauptstadt Europas bezeichnet. Der Ort wurde 2011 als erste europäische World Surfing Reserve anerkannt und bietet zahlreiche hochwertige Reef- und Beachbreaks. Peniche ist mit Supertubos und internationalen Wettbewerben ebenfalls eines der wichtigsten europäischen Surfzentren.
Portugal bietet insgesamt besonders vielseitige Surfbedingungen in Europa: eine lange Atlantikküste, Wellen über das ganze Jahr, Spots für alle Könnensstufen und eine sehr gute Surf-Infrastruktur. Frankreich, Spanien und Irland können an einzelnen Tagen ebenso erstklassige oder anspruchsvollere Bedingungen liefern.
Zu den besten Surfgebieten weltweit zählen Hawaii, Indonesien, Portugal, Australien, Kalifornien, Costa Rica, Südafrika und die Malediven. In Europa stechen Ericeira, Peniche, die Algarve, das Baskenland, Hossegor, die Kanaren und die Westküste Irlands hervor.
Baleal und Cantinho da Baia in Portugal, Praia do Amado an der Algarve, Zarautz in Spanien und La Cote des Basques in Biarritz sind bekannte Anfänger-Spots. Sie sind jedoch nur bei kleinen, kontrollierbaren Bedingungen geeignet. Buche einen Kurs und bleibe im ausgewiesenen Lernbereich.
Surfen lernen und Sicherheit
Realistische Erwartungen, häufige Fehler und die wichtigsten Regeln vor der ersten Session.
Ja. In zwei Wochen lernen viele Anfänger die Grundlagen: Paddeln, Take-off, Balance, Sicherheitsregeln und das Surfen gebrochener Wellen. Sicher und selbstständig ungebrochene Wellen zu surfen, dauert meist mehrere Monate oder länger.
Typische Anfängerfehler sind ein zu kleines Board, eine falsche Position auf dem Brett, ein langsamer Take-off und der Blick auf die Füße statt in Fahrtrichtung. Gefährlich sind fehlende Schwimmkenntnisse, das Missachten von Strömungen und Vorfahrtsregeln sowie zu große Wellen. Anfänger sollten niemals allein ins Wasser gehen.
Die 12-Sekunden-Regel ist eine grobe Einschätzung der Wellenenergie: Liegen zwischen zwei Wellenkämmen mindestens zwölf Sekunden, ist die Dünung meist langperiodisch und energiereich. Solche Wellen sind oft geordneter, aber auch kräftiger. Die Regel ersetzt keine Prüfung von Wellenhöhe, Wind, Gezeiten und Strömungen.
Am berühmten Big-Wave-Spot Praia do Norte in Nazare ist ein Todesfall beim Surfen öffentlich dokumentiert: Der brasilianische Big-Wave-Surfer Marcio Freire starb dort am 5. Januar 2023. Er war der erste bestätigte Surftote an diesem Spot. Die Angabe bezieht sich nicht auf alle Bade- oder Seeunfälle der Region.
Als Surfspot mit den meisten dokumentierten Todesfällen wird häufig die Banzai Pipeline auf Oahu, Hawaii, genannt. Verschiedene Surfmedien führen mindestens sieben Todesfälle an; eine weltweit einheitliche amtliche Statistik gibt es nicht. Das flache Riff, kraftvolle Tubes und ein voller Line-up machen die Welle besonders gefährlich.
Surfarten und Begriffe
Vom klassischen Wellenreiten bis Wingfoilen: die wichtigsten Disziplinen und Fachbegriffe einfach erklärt.
Zu den wichtigsten Surfarten gehören Wellenreiten mit Shortboard oder Longboard, Bodyboarding, Bodysurfing, Stand-up-Paddling, Windsurfen, Kitesurfen, Wingfoilen, Foilsurfen, Wakesurfen und Riversurfen. Beim klassischen Wellenreiten liefert die Welle den Antrieb; Windsurfen, Kitesurfen und Wingfoilen nutzen überwiegend Windkraft.
Klassisches Surfen auf Meereswellen heißt auf Deutsch Wellenreiten. Das englische Lehnwort Surfen wird im Deutschen aber deutlich häufiger verwendet. Beim Internet bedeutet surfen das Aufrufen und Erkunden verschiedener Webseiten.
Surfen trainiert Ausdauer, Schulter- und Rückenmuskulatur, Rumpfstabilität, Balance und Koordination. Bewegung in der Natur kann zudem Stress reduzieren. Zu den Risiken zählen Überlastung, UV-Strahlung, Unterkühlung, Strömungen und Zusammenstöße, daher gehören Aufwärmen, Sonnenschutz und realistische Bedingungen dazu.
Ein Surfer heißt auf Deutsch Wellenreiter, eine Surferin Wellenreiterin. Im Alltag werden jedoch meist die Begriffe Surfer und Surferin verwendet.
Surfen ohne Segel heißt Wellenreiten oder klassisches Surfen. Das Board wird dabei von der Energie einer brechenden Welle angetrieben. Windsurfen nutzt dagegen ein am Brett befestigtes Segel.
Beide Sportarten sind anspruchsvoll, aber auf unterschiedliche Weise. Beim Wellenreiten müssen Paddeln, Wellenauswahl und Take-off gelernt werden. Windsurfen ist auf ruhigem Wasser kontrollierter zu üben, verlangt aber Segelsteuerung und Windverständnis. Ein pauschaler Sieger ist nicht sinnvoll.
Nein. Mit 50 kann man gut mit Windsurfen anfangen, wenn man sicher schwimmt und mit passendem Material sowie einem Kurs startet. Ein großes Anfängerbrett und ein leichtes Segel erleichtern den Einstieg. Bei Herz-, Rücken- oder Gelenkproblemen ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Kitesurfen ist nicht grundsätzlich einfacher als Wellenreiten. Konstanter Wind ermöglicht längere Fahrten, zugleich müssen Kitekontrolle, Sicherheitssysteme und Windbedingungen beherrscht werden. Wegen der möglichen Zugkräfte sollte Kitesurfen ausschließlich in einem professionellen Kurs gelernt werden.
Surfen ist schwierig, weil sich die Bedingungen ständig ändern. Du musst paddeln, Wellen lesen, den richtigen Startzeitpunkt erkennen, schnell aufstehen und gleichzeitig das Gleichgewicht halten. Strömung, Wind, Gezeiten, andere Surfer und die Boardwahl beeinflussen den Lernerfolg zusätzlich.
Das scheinbare Surfen über der Wasseroberfläche heißt Foilsurfen oder Hydrofoiling. Ein Tragflügel unter dem Board erzeugt bei ausreichender Geschwindigkeit Auftrieb und hebt das Brett aus dem Wasser. Varianten sind Prone Foiling, Wingfoilen, Kitefoilen und Windfoilen.
Surfen ohne Brett heißt Bodysurfing oder Bodysurfen. Dabei nutzt man den eigenen Körper, oft unterstützt durch Schwimmflossen oder ein kleines Handboard, um auf einer Welle zu gleiten. Gute Schwimmkenntnisse und Erfahrung mit Strömungen sind wichtig.
Wingfoilen zählt zu den jüngeren, stark wachsenden Surfarten. Dabei hält man einen aufblasbaren Flügel in den Händen und fährt auf einem Hydrofoil-Board über der Wasseroberfläche. Wingfoilen verbindet Elemente aus Windsurfen, Kitesurfen und Foilsurfen.
Der bekannteste deutsche Surfer ist Sebastian Steudtner. Der Big-Wave-Surfer hält den von Guinness bestätigten Rekord für die größte gesurfte Welle der Männer: 26,21 Meter am Praia do Norte in Nazare am 29. Oktober 2020.
Surfen heißt auf Englisch surfing. Klassisches Wellenreiten wird auch wave surfing genannt. To surf kann sowohl Wellenreiten als auch das Navigieren im Internet bedeuten.
Ein Rip-off ist im Englischen eine Abzocke, ein überteuertes Angebot oder eine minderwertige Kopie. Es ist kein üblicher Fachbegriff des Surfens. Nicht verwechseln: Ein Rip oder Rip Current ist eine Strömung, die Wasser vom Strand zurück ins Meer transportiert.
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